Imarhan auf Deutschland Tour

Bevor Imarhan als Support von KURT VILE ihre ersten Europatour antraten, tourten sie bereits mit Musiker-Kollegen wie Tinariwen und Songhoy Blues und erst Ende 2015 mit Mbou Moctar. Ihren “Indie Folk Rock, mit einer Prise R&B” haben sie inzwischen auch auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum verewigt, das am 29.04.2016 weltweit auf City Slang erschienen ist und dessen Singles “Tahabort”, “Assossamagh” und der Titeltrack “Imarhan” sogleich bei der BBC auf Rotation landeten. Ab Ende Mai sind sie endlich auf Deutschland-Tour…

AKTUELLES ALBUM

Imarhan (KW2016/17, City Slang / Universal)

TERMINE

2016-05-24 Germany – Hamburg – Uebel & Gefährlich – Turnzimmer – Tickets
2016-05-25 Germany – Potsdam – Fabrik – Freier Eintritt!
2016-05-26 Germany – Jena – GlasshausTickets 
2016-05-27 Switzerland – St Gallen – Palace
2016-05-28 Germany – Augsburg – Modular Festival – Tickets
2016-05-29 Germany – Dresden – Groove StationTickets
2016-05-30 Germany – Düsseldorf – ZakkTickets
2016-08-27 Germany – Köln – Club Bahnhof Ehrenfeld – c/o pop FestivalTickets
2016-08-31 Germany – Berlin – Pop-KulturTickets

Das Versprechen des Pop, dass an einem fremden Ort wunderbare Dinge geschehen, wird gerade verzweifelt gesucht, in staubigen Plattenkisten von Istanbul bis Phnom Penh, im vermeintlich authentischen Sound der knisternden Vergangenheit. Die Nostalgiemaschine läuft auf Hochtouren, treibt Leute in den Wahnsinn und Vinylpreise in die Höhe. Dabei vergisst man, dass Pop dieses universelle Gespenst, dieses Wunder, vor unseren Augen passiert, im Hier und Jetzt, an den verrücktesten Plätzen fernab von Nostalgie. So zum Beispiel in Tamanrasset, im Süden Algeriens.

Iyad Moussa Ben Abderahmane aka Sadam, Tahar Khaldi, Hicham Bouhasse, Haiballah Akhamouk und Abdelkader Ourzig sind alle gemeinsam aufgewachsen in Tamanrasset, in einer Tuareg Gemeinschaft von nordmalischer Abstammung. Sie alle sind Mitglieder der Band Imarhan.

Für manche sind sie die Band der Stunde, auf jeden Fall repräsentieren sie eine neue Generation von Künstlern, denen es gelingt trockene Gitarrenriffs, Pop-Melodien, panafrikanische Rhythmen mit traditionelle Tuareg Musik zu verschmelzen, um so einen ganz eigenen Sound zu erschaffen. Keine andere Tuareg Band hatte bislang eine derartige Varianz in Rhythmen, Tempo und Gefühl. Das Album ist eine Art Resumé von Imarhan, jeder der Songs hat seine eigene Persönlichkeit und ist wie eine Art Visitenkarte, mit der man sich bei anderen vorstellt. Jeder Song behandelt ein spezifisches Thema, es geht um Liebe, es geht um das Tuareg Leben, es geht um soziale Probleme, um allgemeine Fragen oder einfach das ganz normale Leben und die Wüste, die Natur, erklärt Frontmann Sadam.

Imarhan selbst haben einen direkten Link zur Band, die alles losgetreten hat: Tinariwen. Eyadou Ag Leche von Tinariwen ist ein Cousin von Imarhan’s Frontmann Sadam und hat die Entwicklung der Band von Anfang an begleitet und auch geleitet und hat ein paar der Songs auf dem neuen Album produziert und mitgeschrieben. Aber Imarhan gelang es relativ schnell sich zu emanzipieren. Diese neue Welle von Tuareg Musik klingt ganz anders als die hypnotischen und psychedelischen Gitarrensounds von Mdou Moctar oder Group Inerane und auch anders als die fast schon traditionellen Rhythmen der Wegbereiter Tinariwen.

Die Songs von Imarhan sind komplex, poetisch und urban, irgendwie vertrackt, aber mit sehr viel Feingefühl. Es gibt viel Raum in den einzelnen Songs, zum Nachdenken und Abdriften aber gleichzeitig wirken die Songs sehr intim. In tarmashek, der Muttersprache der 5-koepfigen Band aus Tamanrasset, Südalgerien steht imarhan für “die, die mir etwas bedeuten/um die ich mich kümmere.” Musik die alle Knöpfe drückt und einen unglaublichen Sog entwickelt, der einen nicht mehr loslässt. Das Debütalbum von Imarhan könnte die Idee, die der westliche Hörer von populärer Tuareg Musik hat, demontieren.

Es ist sehr schwierig, Highlights eines solchen kohäsiven Albums zu verorten –  Der Titeltrack “Imarhan” zusammen mit der ersten Single “Tahabort” sind die bemerkenswertesten Ausnahmen von der klaren Verträumtheit dieses Albums. Das ganze Album nimmt einen mit, auf eine emotionale und introspektive Reise. “Bad Ichijou” ist ein perfektes Beispiel, mit seinen windigen, gehauchten Obertönen. “Arodj” zeigt die Soul Einflüsse und Songwriting Fähigkeiten der Band – eine Melodie, der es gelingt, den Geist des Tuareg Volkes zu transportieren, aber gleichzeitig zeitgenössisch, berührend und universal.

Nachdem Imarhan bereits mit Tinariwen und Songhoy Boys durch Europa getourt sind und erst neulich (Ende 2015) mit Mbou Moctar gespielt haben, freuen wir uns sehr, dass sie im Frühjahr 2016 zurückkommen.

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