The Inspector Cluzo – Rockfarmers Tour

Das französische Funk-Rock-Duo The Inspector Cluzo veröffentlicht am 18. März das neue Doppel-Album “Rockfarmers” – und ist auf Deutschland Tour für vier Konzerte!


ALBUM
Rockfarmers (18.03.2016, Ter A Terre / Fuck The Bassplayer / Groove Attack)

TERMINE
20.04.2016 – Köln – Underground
22.04.2016 – Hamburg – Molotow 
23.04.2016 – Berlin – Maschinenhaus
24.04.2016 – Berlin – Maschinenhaus

The Inspector Cluzo sind eine der erfolgreichsten französischen Rockbands und im Kern ein Duo – bestehend aus Mathieu ‘Phil’Jourdain (drums & vocal) und Laurent ‘Malcom’ Lacrouts (vocal & guitar). Seit 2007 versetzen sie die Welt in Erstaunen, dass sie ohne Bassgitarre so viel Alarm machen können. Da die beiden Musiker daheim im französischen Gascone als Hobbyfarmer arbeiten, liegt es nur allzu nah, dass das neue Album eben dies im Titel trägt: Rockfarmers. Das Album wurde von Vance Powel gemischt. Der dreifache Grammy-Award-Gewinner zeichnet unter anderem für Produktionen von Jack White, The Dead Weathers, Arctic Monkeys, Buddy Guy und Seasick Steve verantwortlich. Das Album erscheint auf ihrem eigenen Label Fuckthebassplayer.

Das neue Album
Von Lionel Decottignies – L’Humanité Dimanche

Für das Herz und für die Sinne: Rockfarmers von The Inspector Cluzo ist wie ein Spiegel, der sich auf unser Dasein richtet. Tempo und Songs operieren weit ab vom heutigen flüchtigen Wahnsinn. Die Band aus der Gascogne hätte mit ihrem soliden Ruf als weltweit tourende Band einfach zufrieden sein können, schließlich hat sie seit ihrer Gründung 2008 mehr als 44 Länder bereist und über 800 Konzerte gegeben. Aber das ist eben nicht alles. Das vorliegende Doppelalbum lädt den Hörer zum Nachdenken ein.

Sind wir verdammt und leben wir wirklich reduziert? Auf immer entwurzelt und von unserer Umgebung entfremdet? Diese Rockfarmer destillieren eine Stimme für uns und für die Erde, die uns ernährt. Wo Rock und seine Wurzeln wachsen.

Denn dieses Album ist bodenständig. “La Tierra Madre” sagt man in Südamerika. Genauso ist dieses Meisterstück innerhalb eines Gesamtwerks, deren Tragweite die strikten Regeln der Musik überschreitet. Im Jahr 2013 kauften der Gitarrist und Sänger Laurent Lacrouts und der  Drummer Mathieu  Jourdain einen  Bauernhof in Eyres-Moncube (Department Landes) mit den Namen “Lou Casse” (das bedeutet “Eiche” in der Sprache der Gascogne). Es geht den beiden aber nicht darum, den alten Hippietraum einzulösen. Auch nicht um Folklore. Voller Respekt für die Tradition und für das Land widmen sich die beiden Cluzos der Aufzucht von Enten und Gänsen, stellen Gänsestopfleber (foie gras) und Entenconfit her und verkaufen ihre Produkte auf dem Markt von Mont-de-Marsan.

So gesehen gehen hier Musik, Erde und Felder eine Einheit ein, fast eine Verschmelzung. Das klingt fast wie die Quadratur des Kreises. Bei ihnen ist die Welt ein Dorf mit tausend Kreuzungen. Das Herz besteht aus Arbeit, Begegnungen und dem Anderswo, denn die beiden sind entweder in allen vier Ecken der Welt unterwegs oder auf ihrem Bauernhof in der Gascogne. Die großartige Dokumentation von Yan Sourigues zeigt diesen ungewöhnlichen und mutigen Weg.

Wer traut sich schon in der heutigen standardisierten Musikindustrie, ein Doppelalbum in totaler Unabhängigkeit herauszubringen? Wer kann sich den Luxus leisten ein Werk zu veröffentlichen, auf dem ein Instrumentalstück einfach mal sechs Minuten dauert? Man braucht schon eine gehörige Dosis Bockigkeit und Widerspenstigkeit. Kein Zweifel: Led Zeppelin haben Pate gestanden, deren Album III ist wie ein weit entfernter Cousin.

Gestaltet im “alten Stil” gibt es Rockfarmers natürlich als Vinyl mit dem Konzept einer A- und B-Seite. Gespielt wurde live und direkt, Aufnahmen und Mix erfolgten ausschließlich analog. Das ist für die beiden Musiker selbstverständlich und hat nichts mit Koketterie zu tun. “Vintage” heißt sowas heutzutage. Die Cluzos schert das nicht. Ihnen geht es um Authentizität und Tradition. Wo also sollte dieses Werk vollendet werden wenn nicht in den USA, genauer gesagt in Nashville/Tennessee? Ist doch logisch. Die beiden Musketiere begaben sich also zu den Cowboys, durchschritten die großen Weiten. Das Tamburin von Mathieu Jourdain hatte am Ende nichts Kampflustiges mehr und Laurent Lacrouts spielte nur noch Riffs. Am Mischpult: Vance Powell. Muss man ihn noch vorstellen? Der Mann hat mit die besten Rock‘n’Roll Größen produziert (The Raconeurs, Jack White, Seasick Steve, Beck).

Es gäbe noch so viel zu schreiben über: das Subtile, die reichen Harmonien, die Klangeinfälle. Aber einfach besser anhören oder? Denn Gascogner zu sein bedeutet: machen, nicht reden. Mit diesem Doppelalbum werden wir alle ein bisschen zu Gascognern.


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